Rund um meine Karibik-LIEBE

Alltag, Fernbeziehung und die Liebe


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Cubano unter Quarantäne

Hallo ihr Lieben

leider habe ich schon eine ganze Weile nichts mehr geschrieben. Irgendwie gibt es in dieser Zeit auch gar nicht viel zu schreiben. Aber jetzt gab es doch einige Sachen, die Cubano passiert sind, die ich euch gerne mitteilen möchte.

Ich wünschte mir manchmal, er wäre hier bei mir und könnte seine Geschichte und alles was dort tagtäglich passiert, euch selber erzählen.

Zurück zum Hier und Jetzt: Cubano ist in Quarantäne, sein Wohnviertel wird streng bewacht von der Polizei. Keiner kommt rein, keiner kommt raus.

Ausserdem ist das Wasser für ganze 7 Tage abgestellt gewesen! GANZE 7 TAGE! Und das in dieser jetzigen Phase mit der Pandemie! Ausserdem gibt es bei Cubano zuhause keinen Wassertank, so wie es viele andere Kubaner haben. Diese hatten zumindest dann noch das Wasser zur Verfügung, das im Wassertank gespeichert war.

Cubano ging dann Wasser kaufen um wenigstens trinken zu können, aber er konnte natürlich nicht genug kaufen um damit auch noch waschen, putzen und kochen zu können. Ich hab ihm selbstverständlich geholfen mit Geld, sonst hätte er sich nicht mal das Wasser zum Trinken kaufen können 😦

Am Freitag kam das Wasser dann zurück, aber scheinbar nicht dauerhaft. Cubano schrieb mir, dass er damit wenigstens duschen konnte, sowie kochen und waschen konnte. Und dass er jetzt darauf warten muss, dass es wieder zurückkommt.

Ausserdem gibt es auch dauernd Stromausfälle.

Ich helfe Cubano jetzt damit, dass er einen Wassertank kaufen kann, den er dann auf dem Dach installieren kann. Denn jetzt komplett ohne Wasser zu sein und immer rausgehen und Wasser kaufen zu müssen – das kann es wirklich nicht sein.

Das nächste Thema ist, dass auch in Kuba (sowie in anderen Ländern) jetzt leider viele Tiere ausgesetzt werden. Scheinbar ist dieses Gerücht auch dorthin gelangt dass die Tiere das Virus übertragen.

Es gibt in Habana Vieja einen kleinen Hund, der wohl auch ausgesetzt worden ist. Er trägt noch ein Halsband, ist aber nur noch auf der Strasse und ist total verängstigt und unsicher. Eine Tierschutzorganisation in Havanna, der ich auf Facebook folge, sucht nun ein vorübergehendes Zuhause für diesen kleinen verängstigten Hund.

Ich fragte dann Cubano, ob er diesen Hund bei sich aufnehmen könnte bis er ein Zuhause gefunden hat, doch Cubano schrieb dann, dass er das zwar sehr gerne machen würde, dass das momentan wegen der Quarantäne aber nicht geht. Die Polizei erlaube das nicht, sie wollen in diesem Gebiet der Quarantäne keine Tiere haben. Das ist doch wirklich unmenschlich so etwas, ich kann es einfach nicht glauben.

Ich hoffe und bete, dass es jemanden gibt, der diesem kleinen Hund hilft – und auch allen anderen armen Kreaturen, die auf den Strassen von Havanna ihr Leben fristen müssen und zum Teil nur noch Haut und Knochen sind 😦

Ich hoffe ebenso, dass das Wasser bald zurückkehrt bei Cubano und er sich waschen und damit kochen kann. Ich kann es mir nicht ansatzweise vorstellen wie das wäre, wenn zu all diesem Ausgangssperren-Stress noch hinzu käme, dass ich kein Wasser zur Verfügung hätte um mich zu waschen, zu kochen und zu trinken.

Ich hoffe es geht euch allen gut und ich wünsche euch einen schönen Sonntag.

Herzliche Grüsse
Cecilia


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Weiterer Rückschlag

Leider gab es gestern erneut schlechte Nachrichten für mich und Cubano.

Die Schweizer Regierung hat entschieden, dass ab sofort keine Visum mehr ausgestellt werden für die Schweiz. Ich hatte schon am Morgen mit der Schweizer Botschaft in Kuba Kontakt aufgenommen, weil ich gesehen hatte, dass sie auf Ihrer Homepage darauf hingewiesen hatten, dass die Botschaft nun geschlossen hat und sie nur noch per Telefon und Email erreichbar seien wegen dem Virus.

Die Nachricht von der Botschaft war dann, dass die nächsten 3 MONATE keine Visumsgesuche bearbeitet werden.

Nächste Woche hätten wir endlich alle Papiere bereit gehabt und hätten den Visumsantrag stellen wollen…

Ich gab Cubano Bescheid und wir waren beide am Boden zerstört. Wir hatten so sehr darauf hingefiebert und hatten alle Hebel in Bewegung gesetzt um dieses Visum zu beantragen und uns endlich im Mai oder Juni dann sehen zu können. Und nun…?

Es ist eine riesige Ohmacht. Alles was wir versuchen um endlich beieinander sein zu können, scheitert. Nun heisst es, noch länger ausharren. Vorallem für Cubano, der momentan ohne Einnahmen seinen Alltag meistern muss. Ich helfe ihm so gut es geht. Aber was ist, wenn die Pandemie auch in Kuba noch heftiger um sich greift? Bisher gibt es doch einige Ansteckungen in Kuba und die Regierung hat immer noch keine Grenzschliessungen beschlossen.

Sogar kubanische Musiker, die im Ausland leben, fordern in den sozialen Medien Kuba dazu auf, die Grenzen endlich zu schliessen und vorallem auch die Schulen zu schliessen!

Wir bleiben stark. Es bleibt uns nichts anderes übrig und wir kennen es nicht anders. Wir kämpfen weiter und versuchen die Zeit zu überstehen, die jetzt bestimmt sehr schwierig werden wird.

Wir hier in Europa können uns jetzt vielleicht ja auch ein kleines Bild davon machen, was in Kuba seit langer Zeit alltäglich ist – man steht zum Teil vor leeren Regalen und fragt sich, wann die Ware endlich wieder verfügbar sein wird, die man so dringend benötigt. Bei uns in der Schweiz gibt es auch schon ein Medikament, das nicht mehr lieferbar ist. Ich frage mich, wohin die Corona-Krise die Kubaner führen könnte?

Ich wünsche euch allen weiterhin gute Gesundheit, passt bitte alle gut auf euch auf!
Herzlichst,
Cecilia


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Corona-Virus, Situation in Kuba

Gerade habe ich gelesen, dass in Kuba der 5. Fall von einem positiv-getesteten Menschen auf das Corona-Virus aufgetaucht ist. Es handelt sich um einen Kubaner, der am 8. März aus Spanien zurückgekehrt war.

Cubano ist schon sehr besorgt über die Situation, er schrieb mir, dass einige Menschen in Kuba gefordert hatten, die Einreise aus Italien zu untersagen, nachdem die bisherigen 4 Corona-Fälle in Kuba aus Italien „eingeschleppt“ worden waren.

Die Dominikanische Republik zum Beispiel hat alle Flüge aus der EU gestrichen und ein Einreiseverbot erlassen. DAS wäre für Kuba wohl auch nötig und hilfreich. Aber davon war bisher nicht die Rede. Ich habe sogar gelesen, dass ein Kreuzfahrtschiff aus England anlegen darf in Kuba, auf dem sich positiv-getestete Menschen befinden.

Wenn das mit dem Einreiseverbot in die EU für Drittstaatenländer wirklich so kommen sollte, dann wird das mit dem Visum noch schwieriger. Dann können wir nur noch hoffen, dass dieses Einreiseverbot bis zum Zeitpunkt von Cubanos geplanter Einreise nicht mehr gilt. Wir haben schon so viele Papiere besorgt und Geld ausgegeben, dass wir das mit dem Visum aber auf jeden Fall weiterziehen werden.

Aber wer weiss schon, was mit diesem Virus noch alles auf uns zukommt… ich bin seit 1 Uhr nachts wach und meine Gedanken drehen sich im Kreis. Wie ist das alles bloss so schnell passiert? Mein Gehirn kommt gerade gar nicht mehr nach bei all diesen täglichen Änderungen, schlechten Neuigkeiten und Anpassungen. Home-Office, Skype-Meetings, Einschränkungen. Wahnsinn… wer von uns hätte damit vor 2 Wochen gerechnet?

Cubano hat zumindest endlich wieder fliessendes Wasser. Auch das mit der Stromversorgung soll hoffentlich bald besser werden, die Regierung versucht etwas gegen die andauernden Stromausfälle zu unternehmen. Ich bin schon glücklich, dass er wieder fliessendes Wasser hat in dieser jetzigen Situation!

Die Krankenhäuser in Kuba haben ja jetzt schon nicht genug Betten für die Kranken, wie soll das denn werden, wenn wirklich auch dort die Pandemie ausbricht? Ich will echt nicht daran denken, es wäre eine riesige Katastrophe!

Ich wünsche euch allen einen guten und möglichst positiven Tag. Ich weiss nicht wie ich den meinen mit so wenig Schlaf überstehen soll….

Herzlichst, Cecilia


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Virus & Visum

Das Corona-Virus hat ja momentan die ganze Welt im Griff.
Kuba scheint sich davor noch schützen zu können. Doch ist das wirklich so? Und falls ja, wie lange noch?

Ich mache mir grosse Sorgen, denn die momentanen Zustände in Kuba sind so prekär, dass ein zusätzlicher Faktor wie dieses Virus alles wirklich in eine Krise stürzen könnte. Cubano hat mir geschrieben, dass sie in ihrem Wohnbereich seit 2 Tagen kein fliessendes Wasser mehr haben. Die Lebensmittel sind ja schon länger knapp und Toilettenartikel wie Deo, Seifen, etc, sind fast gar nirgends mehr zu kriegen bis April. Davon hatte ich ja schon geschrieben.

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass eine Australierin positiv auf das Virus getestet wurde, die sich zuvor in Kuba sowie in Grossbritannien aufgehalten hatte. Und heute las ich dann die Nachricht, dass zwei Personen aus Panama positiv getestet wurden, die sich zuvor in Kuba aufgehalten haben.

Auch wenn es noch keine bestätigten Corona-Virus-Fälle gibt in Kuba, denke ich persönlich (Achtung, das ist nur meine ganz eigene persönliche Meinung!) dass das Virus in Kuba schon lange umhergeht.

Wenn ich dazu an die hygienischen Bedingungen denke, wird mir Angst und Bange. Natürlich habe ich Cubano schon vor einiger Zeit geschrieben, dass er gut auf sich und seine Eltern aufpassen soll, vorallem sein Vater ist natürlich in einer Risikogruppe mit seiner Leukämie. Doch wie soll man die nötige Hygiene anwenden, wenn nicht einmal mehr fliessendes Wasser vorhanden ist.

Zum Visumsantrag kann ich momentan leider auch immer noch nicht mehr sagen. Diesen Montag bekam Cubano endlich die letzten Dokumente, auf die wir seit fast 3 Wochen warten mussten. Er brachte alle zum Beglaubigen ans zuständige Amt und dort wurde ihm dann mitgeteilt, dass für das Beglaubigen aller Dokumente 17 Tage benötigt werden – Grund seien die vielen Stromausfälle… Naja.

Die Geduld wird weiterhin auf eine sehr harte Probe gestellt und während dieser ganzen Zeit versucht Cubano, so gut es geht auszuharren.

Die ganze Welt steht momentan irgendwie Kopf und zu all unseren Problemen die wir sowieso schon haben, gesellt sich nun noch die Angst vor dem Virus dazu. Und bei Cubano habe ich nicht unbedingt Angst, dass ihm das Virus etwas anhaben könnte, wobei auch sein gesundheitlicher Zustand nicht gerade super ist. Aber bei seinem Vater hab ich echt Angst. Die Kubaner haben zum Glück jedoch bereits Vorkehrungen getroffen und ich kann nur hoffen, dass das genug ist um das Schlimmste abzuwenden.

Passt alle gut auf euch und eure Familie auf.
Cecilia


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Meine Erfahrung mit Lithium-Orotate

Disclaimer:
ICH MÖCHTE HIER KEINE ÄRZTLICHEN RATSCHLÄGE ERTEILEN, ICH BERICHTE NUR VON MEINEN ERFAHRUNGEN.

Heute möchte ich für einmal über ein anderes Thema schreiben als über Cubano. Und zwar geht es mir ja auch zeitweise psychisch nicht so gut, die vielen Auf und Abs in meiner Fernbeziehung tragen natürlich auch einiges dazu bei.

Per Zufall bin ich vor kurzem auf einen Youtube-Beitrag gestossen über Lithium-Orotate.

Lithium wird (in einer anderen Form) ja für Bipolare Störungen z.B. eingesetzt. Wie gesagt handelt es sich dabei nicht um „Orotate“, wie ich es jetzt seit 1 Woche verwende. Ausserdem nehme ich zur Zeit nur eine sehr geringe Menge um zu schauen, wie mein Körper darauf reagiert. Es wurde über Lithium-Orotate geschrieben, dass es auch in kleinen Mengen helfen kann, die psychischen Tiefpunkte etwas abzufedern. Lithium ist ein Stoff, der natürlich in einigen Lebensmitteln vorkommt, jedoch sind die Mengen da schwindend gering.

Es wurde aber zum Beispiel nachgewiesen, dass es in Regionen, in denen es mehr Lithium im Trinkwasser gibt, die Bevölkerung weniger zu Aggressivität neigt und ausgeglichener ist. Wenn es einige von euch interessiert bin ich auch gerne bereit, da einen fundierteren Beitrag darüber zu schreiben mit Quellen-Angaben. Vorerst geht es mir jedoch nur einmal darum, meine Erfahrungen damit zu dokumentieren. Falls es mir wirklich helfen sollte, könnte es vielleicht auch jemandem von euch weiterhelfen.

Sonntag hatte ich die erste Kapsel (1 x täglich 5mg) genommen. Ich nehme sie jeweils am Morgen direkt nach dem Aufstehen.

Sonntag:
Ich hatte an diesem Tag sehr vieles erledigt gekriegt, ich war sehr aktiv, habe gewaschen und hatte viel Energie und auch die Lust, etwas erledigen zu können Zuhause was in der letzten Zeit eher liegengeblieben ist wegen meiner Unmotiviertheit und meiner Energielosigkeit.

Montag:
Das war ein stressiger Tag, in der Nacht auf Montag hatte ich von etwas sehr Traurigem aus der Vergangenheit geträumt. Versuchte mich so positiv zu halten wie am Sonntag, aber wegen einer negativen Nachricht am Nachmittag war ich dann bis abends nicht mehr gut drauf und ich fiel wieder ein bisschen in ein Loch.

Dienstag:
Ich fühlte mich sehr müde, hatte absolut keine Lust zum Arbeiten. Sah all die Probleme vor mir, die ich momentan habe und fühlte mich überfordert. Bis am Abend ging es mir immer schlechter. Ich hatte eine grosse Frustration, weil das mit den Visumspapieren von Cubano nicht vorwärts geht.

Mittwoch:
Am Morgen hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass mein Tinnitus ein bisschen leiser war als sonst. Das erste positive Zeichen seit Sonntag!
Ansonsten war ich den ganzen Tag immer in Gedanken, sie kreisten nonstop um alles mögliche. Ich fühlte mich rastlos. Abends war ich sehr frustriert über meine Arbeitsstelle.

Donnerstag:
Das war ein schlechter Tag, ich hatte schlecht geschlafen, weil die Nachbarn bis nachts um 2 uhr laut waren und ich kriegte dadurch wenig Schlaf. Am Nachmittag hatte ich freigenommen und versuchte, mich Zuhause etwas zu erholen.

Freitag:
Dieser Tag begann echt gut. Ich hatte die Ruhe in mir, endlich auch mal Entscheidungen zu treffen und eine Baustelle in meinem Leben anzupacken. Darauf bin ich stolz. Einige von meiner Arbeitsstelle kamen zu mir ins Büro, um mit mir zu plaudern, ich war ruhig (sonst reagiere ich darauf je nachdem etwas gestresst wenn ich viel Arbeit habe und keine Zeit habe mit allen immer zu quatschen), ich fühlte mich richtig ausgeglichen und konnte einer Arbeitskollegin sogar helfen und ihr beistehen, da sie einen echt blöden Tag hatte.

Das ist nach dem letzten Sonntag das erste Mal, dass ich wirklich eine positive Wirkung auf meine Stimmung merkte – wenn es denn vom Lithium kommt.

Fazit:
Was mir diese Woche auf jeden Fall aufgefallen ist, sind die lebhaften Träume, die ich jede Nacht hatte. Oft waren auch Menschen darin vorgekommen aus meiner Vergangenheit, mit denen ich seit Ewigkeiten keinen Kontakt mehr habe. Oder es handelte von Situationen, die in der Vergangenheit passiert waren. Es fühlte sich fast so an, als ob mein Gehirn ganz alte Sachen aus den Hirnwindungen kramt und vielleicht ja auch verarbeitet oder es einfach aufgewühlt wurde. Keine Ahnung. Aber es ist wirklich auffällig gewesen diese Woche. Eigentlich die auffälligste Wirkung vom Lithium.
Ich träume auch sonst viel und intensiv, aber das war jetzt doch nochmals etwas anderes… die Träume fühlten sich auch immer sehr real an. Es ist nicht unbedingt etwas Negatives, es wühlt vielleicht einfach ein bisschen auf.

Mein Tinnitus ist leider immer noch gleich laut. Ich hatte diese Woche nur einmal am Morgen wirklich das Gefühl, dass er einiges leiser war als sonst. Aber leider ist er seither wieder genau so laut wie auch sonst immer. Aber ich habe immer noch die Hoffnung, dass sich da vielleicht auch noch etwas tun könnte, weil ich gelesen habe, dass Lithium auf den Tinnitus Einfluss haben könnte, bin jedoch nicht sicher ob das stimmt, bzw. habe mich nicht mehr näher damit befasst.

Mein Hauptaugenmerk liegt bei der Minderung der Depression. Mal schauen wie es weitergeht, ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben – vorallem auch wegen dem superguten Tag am Freitag, der eine willkommene und positive Abwechslung war in meinem Leben und für den ich sehr dankbar war.
Man fühlt sich ja selber nie wirklich wohl, wenn man so gereizt ist und überall Situationen meistern muss, die einem unüberwindbar erscheinen oder die einem so viel Energie entziehen, dass man abends völlig gerädert ist.

Ich werde das jetzt weiter beobachten und hoffe, dass noch weitere positive Wirkungen sicht- und spürbar werden.

Herzlichst,
Cecilia


Ein Kommentar

Dokumente beschaffen in Kuba

Cubano ist am Verzweifeln. Er versucht seine Dokumente zusammenzukriegen und das stellt sich einmal mehr als Herausforderung heraus.

Ein Dokument kriegt er jetzt nicht, weil die von dem zuständigen Amt seinen Namen falsch geschrieben hatten und es nun nochmals machen müssen. Wegen diesem Dokument war er schon vor 1 Woche beim Amt und die sagten ihm, dass er es 1 Woche später abholen gehen kann. Und dann so etwas. Es ist kaum zu glauben, ehrlich.

Während ich so etwas online kurz mit einigen Klicks bestellen und nach Hause liefern lassen kann, gibt das in Kuba ein riesiges Hin- und Her.

Die DHL Dokumente konnte er jetzt heute auch endlich abholen gehen, nachdem er gestern den weiten Weg zu dieser DHL-Stelle umsonst gemacht hatte, weil der zuständige Bearbeiter gerade einen Tag frei genommen hatte gestern (!). WIE geht das bitteschön?? Ich wurde echt total wütend, so etwas kann doch wirklich nicht wahr sein! Ist denn nur eine Person in dieser DHL Filiale für seine Lieferung zuständig und wenn die Person gerade mal frei hat, wird das Paket oder die Dokumente einfach NICHT rausgegeben? Obwohl ich es wohlgemerkt als EXPRESS verschickt hatte vor MEHR ALS 2 WOCHEN???

Dieses ganze Theater immer und überall, bei jeder kleinsten Angelegenheit zerrt wirklich heftig an den Nerven. Obwohl ich mir sagte, dass ich mich nicht aufregen werde, ist meine Grenze jetzt auch erreicht.

Und ich kann nur hoffen, dass Cubano heute oder morgen nun endlich alle Dokumente zusammenkriegt.

Und vielleicht war dieses ganze Theater schlussendlich ja dann auch umsonst, falls die Botschaft aus irgendeinem Grund der Meinung ist, dass sie ihm das Visum nicht geben wollen. Aber daran darf ich gerade nicht denken.

Meine Arbeitskollegin fragte mich diese Woche, wie ich das alles eigentlich durchhalte. Vorallem spielte sie darauf an, dass sie selber ihre Ferien immer komplett benötigt, um sich zu erholen und ganz viele schöne Sachen zu erleben und gestärkt und erholt aus den Ferien zurückzukehren um den täglichen Arbeitsalltag und Stress wieder meistern zu können. Während ich ja von meinem stressigen Alltag in den stressigen Alltag von Cubano wechselte während meiner Ferien und das Wort „Erholung“ das letzte ist, womit ich meine Zeit in Kuba beschreiben würde.

Ja, ich weiss es auch nicht. Die Kraft nehme ich wohl einfach noch aus meinen letzten Reserven und aus der Hoffnung, dass es für mich und Cubano doch irgendwann noch einmal so etwas wie ein Happyend geben könnte.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Liebe Grüsse an euch alle und einen schönen Abend
Cecilia


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Die letzten Tage

Die letzten Tage waren für Cubano und mich etwas hart.

Naja, was heisst hart. Es geht halt einfach so weiter, wie es bisher bei uns immer lief. Immer irgendetwas, was wieder passiert oder nicht in Ordnung ist oder schief läuft. Ihr wisst schon was ich meine. Eigentlich das „normale“ Leben für uns.

Ich hatte Cubano einen Laptop mit nach Kuba gebracht mit vielen spanischen Dokumentationen drauf und Rezeptanleitungen (er kocht gerne) und anderen Sachen, die ihm Freude bereiten sollten.

Er hatte ihn letzte Woche gerade am Netz und liess ihn aufladen, als wieder einmal ein Stromausfall kam. Diese kommen in den letzten Tagen sehr häufig vor leider. Danach kam der Strom mit einer grossen Überspannung zurück und der Laptop ging dabei kaputt.

Als er mir das schrieb, konnte ich mich nicht einmal mehr darüber aufregen. Ich musste sogar ein bisschen lachen, weil es einfach sooo typisch ist. Irgendetwas geht immer schief und bei uns im besonderen Masse.

Dann hatte ich ihm vor 2 Wochen Dokumente für den Visumsantrag nach Kuba gesendet mit DHL. Diese brauchten ungewöhnlich lange und obwohl ich da schon wirklich Geduld hatte und mich versuchte nicht aufzuregen, geht die ganze DHL-Geschichte mir jetzt doch auf den Keks. Denn obwohl die Dokumente bei DHL in Kuba schon seit Tagen bereit liegen, wurde Cubano weder darüber informiert noch wurden sie ihm geliefert.

Er hat dann selber angerufen bei DHL und ihm wurde gesagt, dass er die Dokumente abholen gehen muss bei ihnen. Der Ort wo er sie abholen muss, ist aber nicht gerade bei ihm um die Ecke und er muss jetzt wieder schauen, wie er dorthin kommt. Denn die Situation mit dem Transport ist auch so eine Sache, seit das Benzin wieder so knapp ist in Kuba.

In den letzten Nächten konnte Cubano wegen der grossen Hitze kaum schlafen, denn meistens in der Nacht wird auch der Strom ausgeschaltet. Also kein Ventilator, nichts. Ich frage mich, wie die Leute dort das mit ihren Kühlschränken und Gefriertruhen machen, wenn dauernd der Strom über viele Stunden ausfällt und das fast täglich? Dieses Problem hat Cubano wenigstens nicht mehr, weil er seinen Kühlschrank verkaufen musste, weil er und seine Eltern kein Geld mehr hatten für Lebensmittel.

Ich kann ihnen finanziell momentan nicht mehr helfen, denn auch der Visumsantrag und alles darum herum kostet eine Menge Geld. Das ist alles echt nicht einfach…

Wir können nur hoffen, dass der Visumsantrag bewilligt wird und dieser ganze Kampf ein Happyend hat. Denn sonst gehen uns die Ideen und auch die Kräfte aus.

Hoffentlich kriegt Cubano nächste Woche alle Dokumente zusammen, damit wir dann den Antrag endlich stellen können.

Hoffen wir das Beste! ❤

Liebe Grüsse
Cecilia


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Viel im Kopf

Hallo,

ich bin zwar schon eine Weile wieder zurück, aber irgendwie hab ich den Anfang hier nicht gefunden. Ich habe so viel im Kopf, doch es will nicht aufs Papier, oder besser gesagt auf den Bildschirm.

Die Situation in Kuba macht mir wirklich Sorgen. Oft gibt es Stromausfälle, das ist wieder auf einen Mangel an Öl zurückzuführen. Nun wird auch noch das Gas zum Kochen knapp. Scheinbar wird das ebenfalls aus diesem Öl gewonnen und die Leute warten in langen Schlangen auf ihre Ration. Diese Gas-Ration wurde nun auch noch eingeschränkt in dem man nur noch alle 32 Tage eine Ration erhält anstatt wie vorher alle 21 Tage (ungefähr, behaftet mich nicht auf die genaue Zahl). Die meisten in Kuba kochen ja mit Gas.

Nun wurde vor kurzem auch noch öffentlich gemacht, dass Toiletten-Artikel auf der Insel knapp werden und erst im April Nachschub erwartet werden kann.

Also… liebe Leute. Falls jemand in der nächsten Zeit nach Kuba fliegt, bitte bringt den Leuten Toilettenartikel mit wie z.B. Deos, Zahnbürsten, Rasierer, Tampons, Shampoos, Seifen, etc.

Cubano musste leider einige seiner eigenen Habseligkeiten verkaufen, weil sein Geld zu knapp wurde und er mich nicht immer anbetteln wollte. Er und seine Familie leben absolut in Armut, genau so wie viele andere Familien dort auch. Es ist kein Einzelfall das mit Cubano sondern eher leider der traurige Alltag der meisten Kubaner.

Ich fühlte mich auch als Tourist nicht mehr so wohl dort wie vor einigen Jahren. Irgendwie merkt man den Menschen dort an, dass sie immer verzweifelter werden und immer dringender Geld brauchen. Man wird zum Teil schon sehr aufdringlich angesprochen und jeder versucht mit einem Tourist ein Geschäft zu machen oder ihn über den Tisch zu ziehen. Echt mühsam und nervig. Ich ging alleine schon gar nicht mehr auf die Strasse oder nur noch dahin, wo viele andere Touristen waren.

Vielleicht bin ich auch einfach dünnhäutig und vertrage das Ganze nach all diesen Jahren nicht mehr, wer weiss. Meine Nerven liegen auf jeden Fall blank.

Auch das mit der Fernbeziehung wird immer schwieriger. Die Abschiede werden immer schmerzhafter, die Aussichten immer düsterer.

Wir versuchen es nochmals mit einem Visum, damit er in die Schweiz kommen kann. Doch auch das ist wieder mit viel Arbeit, Nerven und Anstrengung verbunden. Wieso kann es nicht einfach mal einfach sein?

Ich bin ausgelaugt und nervlich sehr angeschlagen. Cubano geht es nicht anders. Als ich in Kuba war, musste er auch zweimal noch mit seiner Mutter ins Spital, da es ihr überhaupt nicht gut geht. Wann gibt es endlich auch einmal etwas Positives bei uns???

Ich werde berichten, sobald wir über das Visum etwas mehr wissen, leider dauert das ja auch immer eine Weile, bis die Botschaft die Dokumente begutachtet hat und entschieden hat, ob sie das Visum erteilen oder nicht.

Bis dahin liebe Grüsse an euch alle.
Cecilia


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Tagebuch-Eintrag #3 „der grosse Tag“

07.01.20

Es war ein Tag, wie jeder andere auch.

Ich hatte Tanzunterricht und meine Reisebegleiterin war noch am Strand unterwegs mit ihrem Tanzpartner. Sie hatte sich mit ihm für einige Tage eine Unterkunft dort gemietet und kam nun an diesem zweitletzten Tag der Ferien wieder zurück. Wir hatten nichts genaues miteinander abgemacht, sie wollte sich jedoch melden, sobald sie wieder in der Stadt war, damit wir uns wieder treffen können.

Nach dem Tanzunterricht ruhte ich mich etwas aus und plötzlich klingelte mein Handy. Meine Reisebegleiterin war dran wie erwartet, was sie sagte war jedoch etwas unerwartet. Sie war mit ihrem Tanzpartner zu einem Freund nach Hause gegangen hier in Havanna und sie haben zusammen ein paar Bier getrunken. Nun meinte sie, ich solle doch auch noch vorbei kommen….

Ich überlegte einige Zeit… und irgendwie wird mir im Nachhinein bewusst, dass diese kleine Entscheidung damals, noch zu diesem Freund zu gehen, eine der Entscheidungen war, die meine nächsten Lebensjahre – oder besser gesagt mein ganzes Leben! – frappant beeinflussen würde.

Ich habe mir echt überlegt abzusagen und einfach Zuhause zu bleiben. Ich hatte gar keine grosse Lust, noch irgendwo zu fremden Leuten nach Hause zu gehen. Und doch bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe zugesagt.

Der Tanzlehrer meiner Reisebegleiterin kam bei mir vorbei um mich abzuholen, da ich natürlich keine Ahnung hatte, wo und in welchem Stadtteil von Havanna dieser Freund genau wohnte und meine Freundin steckte. Mit einigen zusätzlich gekauften Bier ausgerüstet, bin ich zusammen mit ihm dann in einer Gegend gelandet, die ziemlich weit weg von allen Touristen war.

Es war eine recht heruntergekommene Gegend muss man sagen und ich fühlte mich nicht gerade wohl. Wegen der holprigen Fahrt (wir hatten uns ein Bicitaxi genommen) hatte ich etwas verschüttetes Bier auf meinem blau-weiss getupften Kleid und etwas zerzauste Haare und so betrat ich dann das Haus – ohne Erwartungen und völlig unbeschwert und ahnungslos – und stand zum ersten Mal Cubano gegenüber.

Ich begrüsste jedoch fast alle anderen Anwesenden zuerst, weil er sich schüchtern im Hintergrund hielt. Doch seine Blicke spürte ich von Anfang an. Von diesen liess ich mich jedoch nicht beirren – das hatte ich ja in meinen Kuba-Ferien zur Genüge gelernt, dass das normal ist bei den Kubanern und ich wollte darauf nicht reagieren. Einfach ignorieren und nichts reininterpretieren, war die ganzen Ferien hindurch meine gut funktionierende Devise gewesen.

Doch Cubano war anders. Während ich mit allen ein bisschen quatschte, Bier trank und meiner Reisebegleiterin zuschaute, wie sie mit ihrem Tanzpartner mitten im Wohnzimmer einen Tanz aufs Parkett legte, spürte ich weiterhin den intensiven Blick von Cubano. Er stand schräg hinter mir, gegenüber von uns war ein grosser Spiegel an der Wand angebracht und ich vergesse nie den Moment als ich aufblickte und zufällig in diesen Spiegel sah und in diesem Moment bemerkte, dass Cubano mich durch diesen Spiegel mit einem unglaublich intensiven Blick musterte. Wahnsinn, dieser Blick war wirklich so unglaublich intensiv, wie ich noch nie zuvor angeschaut worden bin und ich kriege jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke 🙂

Wir assen dann alle zusammen etwas Reis und Poulet, welches die Frau des Hausbesitzers nebenher zubereitet hatte und tranken weiterhin fleissig Bier und lachten und hatten es schön. Cubano hatte sich derweilen neben mich gesetzt und fing an, sich mit mir zu unterhalten. Er hatte eine leise Stimme und er sprach mich immer nur in der Höflichkeitsform an. Das war mir bisher auch noch nie passiert und ich spürte seinen Respekt und seine Höflichkeit und genoss seine Gesellschaft und Aufmerksamkeit.

Einige Male sagte er zu mir, dass ich mich immer an ihn wenden könne, wenn ich gerne noch etwas haben wolle. Er hole mir gerne noch ein Bier oder noch ein bisschen etwas zu essen.

Ein anderer Kubaner hatte sich inzwischen Cubano genähert und quasselte ihn voll, so dass ich mich wieder den anderen zuwandte und wir hatten eine fröhliche und ausgelassene Zeit, tanzten und witzelten herum und genossen einfach nur den Augenblick. Meine Aufmerksamkeit indes lag je länger je mehr immer ein bisschen mehr bei Cubano. Während anfangs der Blickkontakt immer nur von ihm ausging, hatte dieser seltsame, ruhige, verschlossene und schüchterne Kubaner mein Interesse geweckt und so blickte auch ich ab und zu verstohlen zu ihm.

Er war sich wohl von Frauen anderes gewöhnt, im Nachhinein meinte er mal zu mir, dass ich ihn ja ziemlich ignoriert hätte und ich sehr schüchtern wäre und gar nie mit ihm hatte reden wollen. In Kuba sind die Frauen absolut nicht so, die gehen meistens ziemlich direkt und ohne Umwege oder Schüchternheit auf die Männer zu und sagen denen auch ganz genau, was sie wollen.

Cubans Jagdinstinkt war von meiner verschlossenen Art natürlich umso mehr angestachelt und so fand er den Weg im Verlauf des Abends wieder in meine Nähe und wir begannen uns mehr und mehr zu unterhalten.

….. Fortsetzung folgt 🙂

Jetzt fliege ich zuerst einmal nach Kuba und darf meinen Cubano nach langer Zeit weider einmal in die Arme nehmen ❤ . Danach folgt aber auf jeden Fall die Fortsetzung!

Alles Liebe für euch bis dahin
Cecilia


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Tagebuch-Eintrag #2 „erste Kuba-Reise“

21.12.19

Die Reise nach Kuba rückte näher und näher und ich wurde jeden Tag nervöser. Ich fragte mich, wieso in aller Welt ich das gebucht hatte. Ich glaube, die ganze Sache mit Mr. Wrong hatte mir so unglaublich viel abverlangt und ich war so sehr über mich selber hinausgewachsen, dass ich mir eine solche Reise plötzlich zutraute und ohne lange zu überlegen gebucht hatte! 🙂

Manchmal ist es ja gut, wenn man seiner Intuition folgt und nicht zu sehr darüber nachdenkt, was man da jetzt gerade im Begriff ist zu tun. Sonst fängt meistens nämlich unweigerlich die Gedankenspirale an und man sucht unterbewusst so lange nach möglichen Problemen, Sorgen, Unpässlichkeiten, usw., usw., bis man sich selber die Idee wieder ausgeredet hat.

Es war dann tatsächlich die schönste und erholsamste Reise, die ich nach Kuba gemacht habe – hauptsächlich, weil ich von dem ganzen Elend hinter der für die Touristen aufgebauten Fassade, noch nichts wusste. Ich war unbeschwert und fröhlich, genoss es in vollen Zügen und tanzte was das Zeug hält. Ich lernte auch gleich sofort andere Leute kennen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, die ebenfalls dieses Reise-Arrangement gebucht hatten und wir hatten eine super Zeit zusammen!

Die kubanischen Männer pfiffen einem nach, man wurde umworben und umsorgt. Es war wirklich schön. Ich mit meinem gebrochenen Herzen genoss das sehr und es half mir sehr, es endlich wieder heilen zu lassen.

Doch natürlich war mir klar, dass diese Männer hauptsächlich „geschäftliches“ Interesse an mir und den anderen Touristinnen hatten. Ich liess keinen näher an mich ran, ich war im Voraus gewarnt worden und man merkte es diesen Männern ja auch irgendwie an, dass das alles nicht „echt“ war. Dieses aufdringliche Interesse und die schnellen Liebeserklärungen, das war schon sehr überwältigend für uns Europäerinnen. Ich war nach Kuba gereist um mein Herz zu heilen, nicht um es mir erneut brechen zu lassen! Deswegen galt bei mir einfach von Anfang an der Grundsatz: „nicht verlieben“!

Nach 2 Wochen Tanz, Rum, Strand und Fiesta ging es wieder zurück nach Hause. Und ich wusste gleich, dass ich bald nochmals gehen würde.

Mit einer anderen Schweizerin, die ich auf meiner Reise kennengelernt hatte, plante ich sogleich den nächsten Trip nach Kuba, der aber völlig anders verlaufen sollte als geplant und als gedacht…

Der Zeitpunkt für die Reise stand schnell fest: September 2014 sollte es erneut nach Kuba gehen. Wir wollten auch wieder Tanzunterricht nehmen und es sollten einfach wieder genau so tolle Ferien werden wie die letzten. Der einzige Unterschied war, dass die andere Schweizerin eine andere Unterkunft dieses Mal gebucht hatte, in einem anderen Stadtteil von Havanna. Das machte es für mich etwas schwieriger, weil ich so relativ weit von ihr entfernt war. Und ihr wurde es ebenfalls zum Verhängnis, weil sie im Treppenhaus ihrer Unterkunft kurz vor meiner Anreise nach Kuba (sie war schon einige Tage früher nach Kuba geflogen) noch ausgeraubt worden ist. Sie hatte ihre Unterkunft in einem Stadtteil gebucht, der wohl ein bisschen unsicherer war für Touristen; jedoch muss man sagen, dass Kuba im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Ländern echt sicher ist. Ich hatte mich nie unsicher gefühlt und hatte auch nie Angst alleine auf der Strasse.

Als ich ankam in Kuba, wartete ein Zettel von ihr auf mich in meiner Unterkunft der besagte, dass sie ausgeraubt worden sei und sowohl ihr ganzes Geld sowie auch ihr Pass und ihr Handy abhandengekommen sind. Deswegen der Zettel, denn sie konnte mir ja   auch keine SMS mehr schreiben.

Das Ganze hat dann auch meine Ferien komplett umgekrempelt weil meine Reisepartnerin hauptsächlich nur noch in ihrer Unterkunft verbracht hat (oder mit ihrem kubanischen Tanzpartner unterwegs war) und auch immer in der Unterkunft selber gegessen hat. Sie hatte Angst, alleine irgendwo hin zu gehen, was ich auch irgendwie verstehen konnte. Ich war also meistens alleine unterwegs und bin auch alleine auswärts essen gegangen. So hatte ich mir das nicht vorgestellt…

Auch mein Tanzpartner, den ich dieses Mal hatte, war von der ganz mühsamen Sorte. Er liess mich öfters 10 Minuten warten oder verschob unsere Stunden kurzfristig. Er war auch in einer Beziehung mit einer deutschen Frau, die ihn sehr sehr sehr oft angerufen hatte. sie schien schon zu ahnen oder zu wissen, dass dieser Kubaner nicht einer von der treuen Sorte war. Auch mich hatte er nämlich immer angegraben, aber nachdem er gemerkt hatte, dass ich keinerlei Interesse an ihm hatte, hörte er damit auf und wurde bezüglich der Tanzstunden noch unzuverlässiger und auch ungeduldiger, wenn ich einen Schritt nicht gleich beherrschte (Hallooo….. ich war ja dort um es zu lernen?!?).

Heutzutage würde ich dem was erzählen, ich sag’s euch! Ich würde den zusammenfalten und davon laufen. Ich war schliesslich die zahlende Kundin! Ich war aber viel zu anständig dafür damals.
Auf meine Frage hin, wieso er denn mit anderen Frauen und mit mir so flirte und so bewusst angrabe, wenn er doch eine feste Freundin in Deutschland hat, meinte er nur, dass das normal sei und er ja auch nicht wisse was seine Freundin so mache…. Soviel dazu 😦

Meine Reisebegleiterin und ich sind dann doch noch ein wenig herumgereist in Kuba und haben verschiedene Ortschaften besucht und es war alles in allem ganz okay.
Die Ferien plätscherten so dahin und waren aber nicht wirklich überwältigend….. bis zu diesem schicksalshaften zweitletzten Tag meiner Ferien.

Dem Tag, an dem ich Cubano das erste Mal begegnet bin…. ❤

Bald geht’s weiter 🙂
Liebe Grüsse, Cecilia