Rund um meine Karibik-LIEBE


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Aufstand, Moskitos und Abfallberge

06.09.2019

Ich bin gerade echt besorgt, was ich in Facebook heute alles gelesen und gesehen habe… wirklich besorgt!

Kann es sein, dass das kubanische Volk am Sonntag, 8. September, auf die Strasse geht und protestiert?

Es gibt eine Union in Kuba, die sich „Patriotische Union von Kuba“ nennt. Deren Führer schrieb unter anderem (deutscher Text ist meine eigene Übersetzung):

„Solidarität und Festigkeit

<…>

Mitglieder der patriotischen Union von Kuba (UNPACU) und die Veranstalter von Cuba Decide (Kuba entscheidet) haben nach tiefgründiger Analyse über die merkbare Verstärkung der Unterdrückung aufgrund politischer Motive und Verletzungen der Rechte des kubanischen Volkes entschieden, die Kubaner aufzurufen, uns öffentlich zu manifestieren am nächsten Sonntag, 8. September um 10 Uhr morgens. Gehen wir in Parks und andere öffentliche Plätze unseres Landes <…> „

Unter anderem soll mit dieser Manifestation die Solidarität gezeigt werden zu Journalisten, unabhängigen Künstlern, Verfächtern von Religionsfreiheit sowie LGBT-Aktivisten, die verfolgt werden.

Es ist sehr ein langer Text und ich bin zu müde, um alles zu übersetzen, es gibt jedoch noch eine ganze Menge mehr, für das sie auf die Strasse gehen möchten.

Es wird gefordert, dass es keine politischen Festnahmen mehr gibt, keine Misshandlungen in den Gefängnissen, keine polizeilichen Misshandlungen mehr gegen hilflose Bürger…..

Es ist wirklich traurig das alles zu lesen. Und das Traurigste von allem ist wohl, dass das alles wirklich und wahrhaftig tagtäglich passiert in Kuba.

Es kursieren sogar Videos, welche die Polizeiwillkür und Brutalität in Kuba sehr deutlich zeigen. Ich will hier nicht politisch werden, weil ich früher damit schon schlechte Erfahrungen gemacht habe. Aber wenn es jemanden interessiert, findet man auf Youtube einige Videos, wenn man „Policia cubana“ eingibt (kubanische Polizei).

Ich finde, es soll sich jeder selber ein Bild machen, langsam wird das ja auch möglich, da immer mehr Leute in Kuba Internet haben und solche Dinge online stellen.

Ich hoffe nun, dass es am Sonntag keine Schlägereien oder Grossaufgebote von der Polizei geben wird. Der Oppositionsführer, von dem ich Teile seines Facebook-Textes übersetzt habe in diesem Beitrag, wurde auf alle Fälle heute morgen gejagt und festgenommen von den vereinten Kräften des Innenministeriums, das eine Grossoperation gestartet hat, um diese Manifestation im Keim zu ersticken.

Cubano muss unbedingt dort raus… und wir sind uns Wege am Überlegen, wie wir endlich einen Schritt weiterkommen können. Schwierig ist es nur wegen diesen Visa-Bestimmungen, dem fehlenden Geld und den 8000 Km zwischen uns. Aber wir haben einen Plan und wenn es konkret geworden ist, werde ich hier darüber berichten.

Von Cubano hab ich heute leider noch nichts gehört, leider geht es seinem Vater seit gestern wieder schlechter und ich warte ängstlich auf eine Nachricht von ihm.

Als ob das nicht genug wäre, gibt es jetzt auch noch Meldungen aus Kuba, dass teilweise der Abfall sehr lange nicht abgeholt wird von den Müllwagen. Erklärung dazu? Es fehlt an Benzin. Wegen dem ganzen Unrat und Müll beginnen sich jetzt auch die sehr mühsamen und kleinen Moskitos zu vermehren, die hauptsächlich in Südamerika und an den Stränden der Antillen anzutreffen sind. Der Name dieser Moskitos lautet „Jejenes“. Diese haben sehr schmerzhafte und irritierende Bisse und ich habe im Internet sogar gelesen, dass die den Menschen auch in die Augen beissen können! DAS sind ja mal Mistviecher!

So genug für heute. Ich möchte endlich auch mal über Positives und Schönes berichten können, Mensch! 😦

Liebe Grüsse
Cecilia

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Müde

20.08.19

Müde…einfach nur extrem müde. Ich habe wohl einen Eisenmangel und versuche nun, diesen zu beheben. Denn ich kann mich gerade so für absolut gar nichts motivieren, nicht mal zum Blog schreiben. Ich muss sogar schauen, dass die Kraft und Energie für die Arbeit reicht. Aber danach ist regelmässig Sense und ich bin einfach nur froh, wenn ich schlafen gehen kann. Das Aufstehen am nächsten Morgen ist dann wieder eine andere Geschichte….

Ich habe mir Eisentabletten bestellt, die von den Bewertungen her sehr gut sein sollen. Ich hoffe das beste. Ansonsten muss ich wohl doch einmal zum Arzt. So kann es nämlich nicht weitergehen. Ich brauche meine Kraft für meine momentan sehr anspruchsvolle Arbeit, meine Gesundheit und nicht zuletzt auch meinen nicht ganz einfachen Beziehungsalltag.

Apropos: Cubanos Vater konnte am letzten Donnerstag endlich aus dem Spital raus. Seit meinem letzten Post im Juli bis jetzt am letzten Donnerstag war er dort. Wahnsinn, oder? Cubano war die ganze Zeit an seiner Seite und hat ihm geholfen so gut er konnte. Hat Essen organisiert für ihn und ihn überwacht. Ein 24-Stunden-Job.

3 Tage lang war sein Vater sogar noch auf der Intensivstation, weil es ihm plötzlich sehr viel schlechter ging. Sie haben das Schlimmste befürchtet und ich wartete voller Ungeduld auf eine Nachricht von Cubano. Er durfte das Handy aber nicht mitnehmen in die Intensivstation und ich musste volle 3 Tage lang warten, bis ich schliesslich die erleichternde Nachricht erhielt, dass sein Vater wieder stabil ist und wieder auf die normale Station verlegt werden konnte. Das waren vielleicht schlimme 3 Tage wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt.

Ich hoffe, mein Energielevel steigt bald, so dass ich wieder mehr und ausführlicher schreiben kann.

Liebe Grüsse
Cecilia


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Nach 10 Monaten…

…melde ich mich hier endlich wieder.

Und zwar auf den Tag genau, wie ich gerade bemerkt habe 🙂

Es tut mir sehr leid, dass ich so lange abstinent war, aber ich habe diese Zeit gebraucht. Ich musste vieles zuerst selber für mich verarbeiten und auch die Reise nach Kuba antreten um zu wissen, wie es in meinem Leben und auch mit meiner Partnerschaft weitergehen soll. Und das Wichtigste am Ganzen, und der Grund wieso ich hier wieder schreiben werde zukünftig, ist folgender: wir wollen eine gemeinsame Zukunft und wir werden weiterhin dafür kämpfen.

Ich habe hier ja nur einiges vom ganzen Wahnsinn geschrieben, der uns widerfahren ist. Und so ging es auch frischfröhlich weiter bei uns. Ein Drama nach dem anderen, eine Pechsträhne folgte auf die nächste.

Ich möchte diesen Blog hier nutzen, um meine Gedanken ordnen zu können und einiges von der Seele schreiben zu können. Denn ich merke schon, wie ich immer versuche alles mit mir selber auszumachen und vieles in mich hineinzufressen. Leider habe ich nun mal nicht viele Freunde in meinem Leben, die meine Beziehung gutheißen und ich kann praktisch mit niemandem überhaupt darüber reden. Das alleine ist schon eine traurige und manchmal sehr belastende Situation, aber daran ist nichts zu ändern und ich habe auch keine Energie und Kraft, Menschen von meiner Beziehung und von Cubano überzeugen zu wollen.

Was ich euch heute Abend noch mitteilen möchte, ist, dass Cubanos Vater Leukämie hat und ständig unter ärztlicher Aufsicht ist. In der letzten Zeit ging es ihm leider rapid schlechter und es gibt immer wieder Zeiten in denen er im Spital sein muss. Cubano hat das Bett seines Vaters nun ins Spital gebracht und es bleibt dort, weil sein Vater immer wieder auch ambulant eingeliefert wird und es nicht immer Betten hat dort im Spital. Ja, die Spitäler – das ist nochmals ein ganz eigenes Thema.

Auf jeden Fall schläft Cubano deswegen Zuhause auf dem Boden oder auf einem Stuhl, wenn es geht kommt er auch schon mal bei einem Freund unter für ein paar Nächte. Das alles, damit sein Vater zu Hause ein Bett hat und immer auch ambulant ins Spital gebracht werden kann und auch dort ganz sicher einen Platz zum Schlafen hat.

Da im Spital die Mitarbeiter nicht ständig nach den Patienten schauen, muss Cubano immer mit im Spital bleiben. Wenn sein Vater in einem kritischen Zustand ist, ist er dauerhaft bei ihm und bringt ihm auch zu essen und alles andere was er benötigt (im Spital selber erhalten sie nichts außer der Behandlung und den Medikamenten).

Die Nacht verbringt Cubano dann ebenfalls im Spital, er versucht dann in einem Stuhl einige Stunden zu schlafen. Und das Ganze geht jetzt momentan schon seit ca. 2-3 Wochen so. Und in dieser Zeit weiß ich nur von einer Nacht, in der jemand anderes mal an der Seite von Cubanos Vater gewacht hat und Cubano nach Hause gehen und etwas schlafen konnte.

Cubanos Vater muss nun noch einige Tests über sich ergehen lassen, sein Zustand ist aber wohl weitgehend stabil. Zum Glück, einige Zeit stand es wirklich schlecht um ihn und wir haben uns große Sorgen gemacht!

Trotzdem geben die Ärzte seinem Vater nur noch ca. 1 Jahr zu leben 😦
Das ist ganz schön hart zu verarbeiten und dieser traurigen Wahrheit ins Gesicht zu sehen.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die unsere inzwischen schon sehr lange Reise begleitet haben und sich für uns gefreut und mit uns gelitten haben. Ihr habt mir oftmals wirklich viel Kraft gegeben weil ich mich nicht mehr so alleine gefühlt habe.

Liebe Grüße und bis ganz bald (versprochen 😉 )
Cecilia


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Ich melde mich mal wieder…

23.09.2018

Liebe Blog-Leserinnen und Blog-Leser

Ich möchte mich wieder einmal zu Wort melden. Es gäbe so viel zu erzählen und doch weiß ich gar nicht, wie ich das alles in Worte fassen soll.

Deswegen bleibt es wohl fürs Erste mal bei einem kleinen und kurzen Update.

Zuerst einmal wollte ich in die Runde fragen, ob mir jemand sagen kann, ob ich gegen irgendwelche Vorschriften verstoße (bezüglich DSVGO Datenschutzgesetz) wenn ich kein Impressum online gestellt habe? Denn der Sinn von einem Blog mit einem Pseudonym ist ja, dass man anonym bleibt. Ich müsste – falls wirklich zwingend ein Impressum nötig ist – meinen Blog wohl auf privat stellen… das heißt für mich, den Blog ganz zu beenden, weil ich das Ganze mit dem Privat-Stellen echt blöd finde und nicht machen will.

Oder gilt das für mich als Schweizerin nicht? Ich blicke da echt nicht durch und ich habe gerade auch keine Energie und Kraft, mich auf tausend Seiten darüber einzulesen und mich schlau zu machen. Falls also jemand das gerade sicher weiß, wäre ich über eine kurze Info dankbar.

Heute vor einem Jahr hätte die Welt untergehen sollen… könnt ihr euch an das Datum 23. September 2017, Tag des Weltunterganges, erinnern? Wahrscheinlich nicht, obwohl es dazumal vielerorts in den Medien aufgerollt worden ist. Aber so etwas vergisst man schnell wieder und die Erde dreht sich ja auch immer noch.

Doch mir ist das Datum hängen geblieben… vor einem Jahr war nämlich Cubano bei mir und wir haben diesen Tag gemeinsam verbracht. Ich weiß noch wie ich damals dachte, dass es ja nicht so schlimm wäre, wenn an diesem Tag die Welt untergehen würde – weil ich mit meinem Liebsten dann immerhin gemeinsam sterben würde.

Klingt blöd und schnulzig und war auch eher ironisch gemeint, weil ich nicht an den Weltuntergang geglaubt hatte.

Ja… 1 ganzes Jahr ist es her, seit ich Cubano das letzte Mal gesehen habe. Diese zermürbenden 5 Tage hier in der Schweiz mit ihm zusammen werde ich niemals vergessen.

Er sucht wieder den Kontakt zu mir, nachdem wir monatelanges Schweigen zwischen uns hatten. Ich versuchte mit allem abzuschließen, es gelang mir mehr schlecht als recht. Aber ich hielt mich aufrecht und stark, trotz riesigem Loch im Herz. Er versucht mir zu erklären, wie leid ihm alles tut und er will sich ändern und alles besser machen. Er habe aus seinen Fehlern gelernt und bereue alles.

Ob ich ihm das glaube? Nein. Ich schrieb ihm, dass ich das zuerst mit meinen eigenen Augen sehen müsste, bevor ich es ihm glauben könne.

Vielleicht werde ich das tun. Ihm diese letzte Chance geben und nächstes Jahr einen Flug nach Kuba buchen. Ich kenne ihn sehr gut und könnte schnell erkennen, ob seine angebliche Veränderung nur eine Masche oder tatsächlich vorhanden ist.

Ich bin momentan sehr stark auf mich und mein Leben fokussiert. Und wisst ihr was, das tut soooo verdammt gut!!! Und es war schon lange lange lange Zeit überfällig. Ich kümmere mich um mich selber, umsorge mich und schaue gut zu mir – das was ich bisher immer nur für andere, aber nie für mich selber getan habe!

Cubano schrieb mir, dass er mich in allem unterstützen werde und dass er immer an meiner Seite sei und zu mir stehe – so wie ich es die ganzen Jahre über für ihn getan habe. Durch mich habe er gelernt, was es heißt, jemanden wirklich zu lieben.

Und wisst ihr was? DAS glaube ich ihm sogar – denn ich habe ihn geliebt. Selbstlos, ehrlich und tiefgründig. Es wäre schön, wenn er daraus etwas gelernt hat. Auch wenn es mit uns nichts mehr werden sollte, wünsche ich ihm für sein Leben doch immer nur das Beste.

Ich wünsche euch allen einen wundervollen Sonntagabend.

Herzlichst
Cecilia


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Ende

22.06.2018

Die Beziehung von mir und Cubano ist beendet. Er hat es heute beendet weil ich keine Kraft mehr habe weiterzukämpfen und noch mehr für ihn zu tun, mich noch mehr aufzugeben, mein Leben noch mehr aufzugeben als ich es schon getan habe. Er sagte Sachen, die mich unglaublich verletzt haben.

Er hat sich über die ganze Zeit hinweg sehr verändert. Er hat auch viel durchmachen müssen. Weil ich den ganzen Weg mitgegangen bin, weiß ich das. Doch das gibt ihm nicht das recht so mit mir umzugehen.

Es ist vorbei und seine letzten Worte waren, dass er mich vergessen wird und ich nie wieder etwas von ihm hören werde.

Es tut gerade nicht mal mehr weh, es ist einfach alles nur noch taub.

Ich hatte mir zuvor schon die Augen aus dem Kopf geheult. Jetzt sind sie nur noch trocken und ich bin erschöpft. Fast zu erschöpft für dieses Leben. Mein Leben, das so inhaltslos und trist geworden ist über die Monate und Jahre. Ich habe mich selber aufgegeben, weil ich einem Menschen so unbedingt helfen wollte und ihm alles geben wollte was ich konnte.

Ich habe zu viel gegeben. Und es bleibt nichts mehr. Vielleicht (hoffentlich) hab ich noch irgendwo einen kleinen Samen der Freude und des Neubeginns in mir, der keimen wird und der mir wieder Sinn und Mut gibt, dieses Leben zu bestreiten.

Wieso habe ich das alles verdient? Ich musste wohl vieles lernen.

Ich muss gerade noch meine Gedanken sortieren und alles sacken lassen.

Ich fühlte mich noch nie so missverstanden, so falsch und gemein behandelt und so ohnmächtig.

Danke an alle, die mich auf meinem sehr steinigen Weg mit Cubano begleitet haben. Leider ist das Ende anders verlaufen, als ich es mir gewünscht und erhofft habe. Ich und Cubano haben jahrelang für eine gemeinsame Zukunft gekämpft.

Es scheint mir eine Ewigkeit her zu sein, dass wir einen glücklichen und sorgenfreien Tag miteinander verbracht haben. Viele gab es davon leider nicht, doch diese wenigen werde ich für immer in meinem Herzen tragen. Mist, jetzt bin ich doch wieder traurig… da ist das taube Gefühl doch einiges besser als diese tiefe Traurigkeit 😦

Cecilia


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Schmerz läutert

27.05.2018

„Ein großer Schmerz läutert, indem er die Seele zwingt, ihr Tiefstes zu sammeln.“

Zitat von Ferdinand von Saar

 

Schmerzen.
Ich habe in den letzten Jahren viele Arten und Formen von Schmerzen kennengelernt.
Und mir ist schon oft aufgefallen – nachdem der Schmerz jeweils wieder etwas abgeklungen war – dass ich mich anders, ruhiger, mehr in meiner Mitte gefühlt habe und mir besser habe bewusst machen können, was ich ändern muss im Leben und wie ich weiter vorgehen sollte, damit mir ein solcher Schmerz hoffentlich in Zukunft erspart bleiben wird.

Doch leider ist das jeweils von kurzer Dauer… man fällt in seinen Trott… in seine Verhaltensweisen und Denkmuster. und BUMMM….. krümmt man sich wieder vor Schmerzen. Bei mir ist es zumindest so. Heute habe ich mich 3 Stundenlang gekrümmt im Bett… bis endlich, endlich, endlich die Schmerzmittel gewirkt haben. Ich nehme sonst so gut wie nie Medikamente. Auch nicht wenn ich tagelang Kopfschmerzen habe. Aber DIESE Schmerzen, hielt ich kaum mehr aus.

Ich musste mich einige Male zwingen, nicht in Ohnmacht zu fallen vor lauter Schmerzen. Das ist echt nicht lustig… es zerrt unglaublich an den Kräften. Ich spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht, hielt meinen Kopf zwischen die Knie, versuchte trotz extrem schwacher Beine etwas herumzulaufen um den Kreislauf anzukurbeln… alles hab ich probiert.

Es ist so, dass ich leider in der letzten Zeit häufig sehr sehr starke Regelschmerzen habe. Je mehr Stress und Sorgen ich habe, desto stärker und heftig muss ich während dieser 3-4 Tage während der Mens leiden. Ich habe jetzt schon jeweils 1 Woche vor der Regel Panik und hoffe jeweils immer nur, dass es dieses Mal nicht GANZ so schlimm werden wird.

Meine Frauenärztin hat gemeint, dass ich Anzeichen von Endometriose aufweise. Das ist eine Krankheit, die sehr sehr schmerzhaft ist. Diejenigen unter euch, die das kennen oder selber durchmachen, wissen von welcher Intensität diese Schmerzen sind.

Das seltsame daran ist, dass ich all die Ernährungsformen und Tipps befolge, die empfohlen werden, um keine Endometriose zu kriegen. Und das tu ich seit Jahren, schon bevor ich überhaupt daran gedacht habe, dass ich diese Krankheit jemals bekommen könnte. Demnach ist bei mir mein einziger und schlimmster Auslöser wohl mein STRESS. Mal wieder.

Es scheint so, als ob mich mein Leben mit dieser Fernbeziehung und den ganzen endlosen Dramen immer mehr dazu bringt, krank und geschwächt zu sein. Körperlich und psychisch. Ich mache mich mit dieser Fernbeziehung selber kaputt.

Ich hatte in den letzten Monaten sehr viele Schmerzen, körperliche und seelische. Ich habe langsam genug, ich bin ausgebrannt und entmutigt. Ich bin tausend Mal geläutert worden, tausend Mal habe ich mir vorgenommen alles besser zu machen… doch ich stecke wie in einem Käfig.

Und doch gibt es jedes Mal nach dem Schmerz wieder diesen kurzen Moment der Klarheit, des Friedens und der Dankbarkeit, am Leben zu sein und das Wissen, wie wertvoll unser Körper ist und wie dankbar wir ihm sein sollten, wenn er uns tagtäglich versucht so gut es geht über die Runden zu kriegen und alles in seiner Macht stehende tut um uns gesund zu halten, Bakterien und Viren unschädlich zu machen, uns zu reinigen und alle Zellen mit genügend Sauerstoff zu versorgen.

Was ich jedoch gegen meinen Stress und dem damit verbundenen Schmerz den ich immer wieder durchleben muss, tun soll, weiß ich nicht! Ich sage mir immer wieder, dass ich lernen muss mit dem Stress zu leben, dass jeder seine Sorgen hat, jeder muss das lernen. Also wieso sollte ich das nicht schaffen?

Aber Tatsache ist, dass es bei mir einfach nur immer wieder neue Probleme vom Himmel regnet und ich echt nicht weiß, wie viel ich noch verkraften kann. Was kann ich mir und will ich mir noch antun! Wieso kann nicht einfach etwas auch einmal positiv laufen für mich? Ich versteh es einfach nicht. Ich kämpfe mich durch mein Leben und warte immer darauf, dass endlich mal etwas Gutes passiert und etwas funktioniert!!! Aber ich werde immer wieder enttäuscht, immer wieder wird mir ein neuer Felsbrocken in den Weg gelegt.

Und jetzt auch noch die Gesundheit, die abwärts geht. Was kommt als nächstes?

 


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Trauer zum Zweiten!

18.05.2018

Ich schreibe von meiner unerklärlichen und plötzlich ausgebrochenen Trauer und nach meinem Beitrag gehe ich ins Facebook und sehe überall Nachrichten von einem abgestürzten Flugzeug in Havanna!!!

104 Passagiere an Bord. Ein nationaler Flug von Havanna nach Holguín.

Und die wenigen Fotos, die man bereits von der Absturzstelle sehen konnte, sind Horror! Auf einem der Fotos sieht man Feuerwehrleute, die auf das Wrack schauen… zu ihren Füssen liegt eine tote Frau! Ich bin gerade total schockiert.

Bestätigt sind bisher 3 Überlebende in kritischem Zustand. Was mit den anderen 101 Passagieren ist, weiß ich nicht….

Das Flugzeug stürzte unweit des Flughafens in landwirtschaftlichem Gebiet ab. Die Absturzursache wird abgeklärt.

Der Flughafen ist ziemlich weit vom Stadtzentrum entfernt – zum Glück! Man darf sich nicht ausmalen was passiert wäre, wenn das Flugzeug über einem Stadtteil abgestürzt wäre.

Es ist eine riesige Tragödie und ich zünde eine Kerze an für die vielen Opfer 😦


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Trauer

18.05.2018

Trauer. Ich habe gerade so eine unendliche Trauer in mir. ich legte mich vorhin ins Bett und die Tränen liefen mir nur so über die Wangen…

Ich fühlte eine so tiefgreifende Trauer in mir, die innerhalb von Sekunden plötzlich da war. Ich weiß nicht woher dieses Gefühl so plötzlich aus dem Nichts kam!

Kennt ihr das auch? Dass ihr euch ohne einen Grund plötzlich so traurig fühlt, dass ihr einfach nur noch weinen könnt und am liebsten gar nicht mehr aufhören würdet?

Ich versuchte während dem Weinen in mich hineinzuhorchen und kam der Trauer ein bisschen mehr auf die Spur. Ich weinte um mich selber.

Um mein „altes“ Ich. Mein bisheriges Ich. Mein Leben wie es bis vor ca. 1,5 Jahren noch war.

Ich habe in den letzten Monaten eine sehr große Wandlung durchgemacht. In allen Bereichen. Ich hatte aufgehört meine Haare zu färben und bin jetzt zwischen braun- bis grauhaarig. Was in den 30-ern eher selten anzutreffen ist, aber auch ganz speziell und einzigartig ist 🙂 . Aber ich hatte schon seit meinem 20. Lebensjahr die ersten grauen Haare und habe endlich vor ca. 1,5 Jahren entschieden mich nicht mehr zu verbiegen und meine Haare kaputt zu färben, nur um anderen Menschen zu gefallen.

Danach fiel auch das Schminken weg, wobei ich mich nie sehr stark geschminkt hatte. Alles an mir, was ich mir lange Zeit als Maske oder Fassade aufrechterhalten hatte, ließ ich langsam und sachte los.

In dieser ganzen Zeit fing ich auch an meine Wohnung zu räumen, altes auszumisten…. später kamen dann noch Freunde dazu, die ich endlich loslassen musste, da sich unsere Leben komplett auseinandergelebt haben.

Ich bin an einem Punkt angelangt, den ich nicht für möglich gehalten hätte. Denn es fällt mir plötzlich viel viel leichter, etwas loszulassen. Was ich anfangs dachte, werde ich niemals können, wurde plötzlich immer ein bisschen greifbarer und irgendwann im ganzen Prozess fühlte ich mich der Aufgabe dann plötzlich gewachsen und konnte es tun!

Man wächst mit und an der Aufgabe, das ist doch immer so. Auch wenn man sich das bei einem Loslass-Prozess nicht wirklich vorstellen kann anfangs. Aber das kennen wir ja bestimmt alle von der schmerzhaften Trennung eines Partners – anfangs erscheint es einem völlig undenkbar, auch nur einen Tag ohne den anderen zu leben. Doch das ändert sich dann je länger man in diesem Trennungsprozess drinsteckt. Bis man es geschafft hat und nach vorne blicken kann.

Und mit jedem Gedanken, jeder Emotion, jedem Gegenstand in meiner Wohnung, jedem alten und nicht mehr stimmigen Glaubenssatz, jeder Gesellschaftsnorm die nicht zu mir passt und der ich mich immer unterworfen hatte aus ANGST, ICH SELBER ZU SEIN UND NICHT AKZEPTIERT ZU WERDEN SO WIE ICH BIN, fühle ich mich ein kleines Stück befreiter!

Es ist ein schmerzhafter Prozess. Und ein sehr sehr langwieriger Prozess. Ich habe schon unglaublich viel gelernt und habe mich persönlich stark weiterentwickelt. Und trotzdem trauere ich ab und zu meinem alten ICH nach. Wahrscheinlich weil es so unwiederbringlich ist.

Aber es hat alles seinen Zweck und fast genauso groß wie meine Trauer, die mich gerade so überwältigt hatte, ist auch die Freude und Neugierde darüber, was wohl kommen wird, welche Erfahrungen ich machen werde mit meinem neuen ICH. Wie frei und ungebunden und authentisch ich mich in meinem neuen ICH fühlen darf.

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg…

Herzlichst
Cecilia


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Depression besiegen

19.04.2018

Ich überlege immer, was ich hier im Blog schreiben soll, was genug spannend und inhaltsreich ist und was euch interessieren könnte. Tendenziell schreibe ich dann meistens gar nichts, weil ich immer Angst habe, dass der Inhalt zu wenig fundiert oder spannend sein könnte. Doch nun versuche ich, mehr von mir, meinen Gedanken und meinem Leben hier mit euch zu teilen.

Ich habe mich entschlossen meinen Kampf gegen die Depression öffentlich zu machen in der Hoffnung, dass es dem ein oder anderen irgendwann vielleicht hilft, der meinen Text liest.

Ich bin in einer sehr aussichtslosen Lage ohne jeglichen Hoffnungsschimmer am Horizont. Alle Wünsche und Träume fielen in sich zusammen als Cubano zum x-ten Mal die ganze Grundlage verloren hatte, die wir uns mühsam erarbeitet hatten. In so einer Lage ist es für einen Menschen, der eine depressive Vorgeschichte hat, sehr einfach und schnell geschehen, erneut in ein dunkles Loch zu stürzen.

Doch ich finde auch den Weg wieder hinaus. Und diesen Weg will ich mit euch teilen.

Was bei mir ein bisschen ein Stolperstein darstellte, und wogegen ich jetzt arbeite, ist die Tatsache, dass mir meine Psychiaterin früher in den Sitzungen immer gesagt hatte, dass ich mich unbedingt schonen soll und mich so oft es geht ausruhen soll wegen meinem schlechten psychischen Zustand. Wenn etwas liegen bleibt im Haushalt, soll ich das einfach so belassen und mir selber etwas Gutes gönnen wie ein Bad, ein Buch lesen oder spazieren gehen.

Doch das ist für mich jetzt zu einer schlechten Angewohnheit geworden und mir wurde das erst vor kurzem bewusst. Denn es ist eine gute Ausrede in einer depressiven Phase, alles immer liegen zu lassen, den Haushalt zu vernachlässigen, sich selber vielleicht sogar auch etwas zu vernachlässigen und sich so viel Zeit wie nur möglich zu nehmen um „rumzuhängen“ und „nichts zu tun“. Klar ist das in gewissen Situationen nötig und sinnvoll, jedoch hat es bei mir dazu geführt, es als Ausrede immer wieder zu verwenden um nichts in meinem Leben grossartig anpacken zu müssen. Mein innerer Schweinehund kriegte sozusagen einen Freifahrtschein.

Ich merkte, dass mich das noch viel depressiver gemacht hat. Denn tagtäglich schaute ich meinen immer grösser werdenden Geschirrhaufen in der Küche an, den Wäscheberg, die unerledigte Post, die dicker werdenden Staubschichten.

So kann ich nicht aus meiner Depression ausbrechen. Es ist eine bequeme Ausrede, nichts tun zu müssen und sich im Gegenzug selber etwas zu „gönnen“. Doch schlussendlich habe ich damit meinen Gemütszustand nur schlimmer gemacht. Ich bin jemand, der Ordnung um sich herum braucht. Mich stört es, wenn es unordentlich und dreckig ist. Meine Wohnung soll eine Wohlfühl-Zone für mich sein, ein Ort an dem ich Kräfte tanken kann im besten Fall.

Wenn man depressiv ist, braucht man ein schönes Umfeld, einen ordentlichen und gemütlichen Rückzugsort. Und den hatte ich nicht mehr! Meine Wohnung wurde zu meiner dunklen Depressiv-Höhle und ich konnte mich zwar wunderbar darin verkriechen, aber sie gab mir ein eher bedrückendes Gefühl.

Deswegen habe ich mir auferlegt, trotz meiner Antriebslosigkeit und meinen sehr düsteren Gedanken, zu Hause jeden Tag etwas zu erledigen nach der Arbeit!

(Dazu muss ich anmerken, dass ich trotz depressiver Phase arbeiten gehe. Ich kann glücklicherweise meine Fassade dementsprechend noch aufrecht erhalten. Aber auch für jemanden der depressiv ist und deswegen nicht arbeiten kann und krankgeschrieben ist, sind die Schritte gut anwendbar).

Ja, es ist hart. Und JA, manchmal klappt es einfach nicht. Aber wenn man jeden Tag ein kleines bisschen erledigt, gibt einem das jedes Mal ein klitzekleines Glücksgefühl. Man hat nämlich dann etwas erreicht, OBWOHL es einem so schlecht geht. Man hat sich aufgerafft und hat seinen inneren Schweinehund und die Depression kurzzeitig besiegt und sich ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit zurückgeholt!

Es klingt banal und komisch für jemanden, der noch nie an einer Depression gelitten hat. Aber alle, die schon einmal in dieser Situation waren, wissen, wie wichtig es ist so etwas zu fühlen während einer Depression. Dieses kleine Gefühl von ERFOLG, wenn man etwas erledigen konnte und nachher das Ergebnis sieht!

So habe ich angefangen mir jeden Tag etwas vorzunehmen, das ist erledigen will. Meistens habe ich mir im Kopf während des Tages einige Sachen schon überlegt, die ich erledigen könnte, grössere und aber auch kleinere Sachen. Dazu bin ich im Kopf meine ganze Wohnung und alle Utensilien so gut es ging durchgegangen und habe mich gefragt, was mich zur Zeit am meisten stört, woran mein Blick regelmässig hängen bleibt weil es unerledigt oder störend ist und welche Schublade es in meiner Wohnung gibt, die schon lange chaotisch und unaufgeräumt ihr Dasein fristet. Und je nachdem, wie es mir an diesem Tag ergangen war, habe ich abends die grössere Aufgabe oder sonst halt nur eine der kleineren Aufgaben angepackt und erledigt.

Wenn das Depressiv-Monster in euch auch tausend Mal am Tag währenddessen sagt, dass das alles nichts bringt und ihr diesen Effort gar nicht machen müsst weil sowieso alles dunkel und sinnlos ist – versucht dieser Stimme kein Gehör zu schenken. Diese Stimme mischt sich bei mir auch STÄNDIG ein. Aber dank meinen bisherigen klitzekleinen Erfolgen habe ich es jetzt meistens so gut im Griff, dass ich diese Stimme erkenne als das, was sie ist: Ausdruck meiner Depression und keinesfalls die Realität. Deswegen: anerkennen, dass sie da ist – und dann ignorieren 🙂 Klappt mit der Zeit immer ein bisschen besser, habe ich gemerkt!

Beim Aufgaben-Erledigen muss man manchmal 5 gerade sein lassen. Man darf sich auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen machen oder sich selber dafür verfluchen, wenn man keine der sich überlegten Aufgaben geschafft hat an diesem Tag! Es soll einem nur positive Gefühle bringen, niemals noch zusätzliche negative!

Wenn man an einem Tag absolut gar nichts schafft, kann man sich selber und seinem Körper etwas Gutes tun, was ebenfalls sehr wichtig ist. Wenn ihr also abends im Bett liegt und deprimiert seid, weil ihr an diesem Tag absolut gar nichts auf die Reihe gekriegt habt, dann macht eine kleine Atemübung. Somit pumpt ihr richtig viel Sauerstoff in eure Zellen und euer Körper wird sich riesig darüber freuen und es euch danken. Dazu atmet ihr tief in den Bauch ein und zählt dazu 4 Takte (in eurem eigenen Takt, wie es euch am wohlsten ist), haltet danach die Luft an für ebenfalls 4 Takte, atmet danach gleichmässig aus in ebenfalls 4 Takten und haltet dann wieder 4 Takte. Danach beginnt das Ganze wieder mit dem Einatmen. Das könnt ihr einige Zeit machen, so lange wie es euch gut tut. Es beruhigt die Gedanken ungemein und entspannt den Geist. Ihr könnt mit dem schönen Gefühl einschlafen, heute etwas Gutes für euren Körper getan zu haben.

Zu den täglichen Aufgaben, die ich mir stelle: Eine kleine Aufgabe kann zum Beispiel sein, eine Schublade auszuräumen, zu putzen und neu einzuräumen. Dabei kann man die Sachen gleich auch neu und besser ordnen und vielleicht sogar das ein oder andere aussortieren.

Denn das ist das zweite, was mir momentan sehr hilft. AUSSORTIEREN! Ich fühle mich mit jedem Teil, das mich und meine Wohnung verlässt so viel freier und leichter! Es ist unglaublich, ich sag es euch!

So haben in den letzten Wochen viele Säcke voller Waren meine Wohnung verlassen, unter anderem Kleider für in die Altkleidersammlung, noch brauchbare Haushaltsartikel für ins Brockenhaus (Secondhand-Laden) und einiges wurde auch auf dem Sperrmüll entsorgt. Doch der grösste Teil meiner Ware fand über Verkaufsseiten im Internet einen neuen Besitzer.

Das Schöne daran ist, dass man teilweise Rückmeldungen der neuen Besitzer erhält, wie gut sie den Artikel gebrauchen können und wie gross ihre Freude darüber ist. Das gibt nochmals eine zusätzliche Genugtuung und ein supergutes Gefühl!

Klar, während einer Depressionen scheinen all diese schönen und positiven Gefühle irgendwie vermindert und gedämpft bei einem anzukommen – doch etwas davon kommt an! Und das gilt es zu geniessen und auszukosten!

Wenn ihr nur wenig Kraft habt und viele Sachen noch darauf warten, fotografiert und ins Internet gestellt zu werden – macht euch keinen Druck! Bei mir war und ist das auch so! Es geht mir meistens viel zu wenig schnell. Es ist frustrierend wenn man jeden Tag nur ein kleines Schrittchen weiterkommt und man die Kiste voller Waren anschaut, die noch darauf wartet verkauft zu werden. Da heisst es nun, geduldig zu sein, nachsichtig mit sich selber und sich einzugestehen, dass alles viel weniger schnell geht als bei einer gesunden Person. Ihr tut jeden Tag was ihr könnt, jeden Tag ein Schrittchen und auch ihr werdet so vorwärts kommen, ich verspreche es euch. GEDULD ist das absolute Schlüsselwort!

Trotz der vielen Sachen, die meine Wohnung verlassen haben, gibt es immer noch genug, das weg sollte. Doch an vielem hängen Erinnerungen. Ich lerne gerade, loszulassen! Eine weitere wichtige Erkenntnis, die eine wichtige Lektion des Lebens für mich darstellt. Loslassen von (unerfüllten) Träumen und Loslassen von schmerzhaften Erinnerungen. Ein schwieriger und doch befreiender Prozess.

Doch geht es mir ja auch teilweise gerade wegen unerfüllten Wünschen, Träumen und Hoffnungen so schlecht. Mein Ziel ist : Loslassen, alte Wunden schliessen, Frieden schliessen mit allem was war, nach vorne schauen. Altes loszulassen und seinen Blick konsequent nach vorne zu richten und sich bewusst zu machen dass nur noch zählt, was IST und KOMMEN WIRD, kann dazu führen, dass sich auch die dunklen Wolken ein kleines bisschen verziehen und man wieder Hoffnung schöpfen kann.

Und etwas loszulassen geht jedes Mal ein kleines bisschen leichter. Deswegen lasst euch nicht unterkriegen oder entmutigen. Ich garantiere euch, dass es auch euch so ergehen wird. Und mit jedem noch so kleinen Teil, das euch und eure Wohnung verlässt, fühlt ihr euch erleichtert und BEFREIT!

Heute einen ganz besonders schlechten und depressiv dunklen Tag? Dann such dir ein einziges kleines Teil in deiner ganzen Wohnung, das du nicht mehr brauchst und von dem du dich trennen kannst/willst. Oder sonst lösche einige alte Fotos auf deinem Handy, die du nicht mehr brauchst, oder alte Emails oder andere Dateien auf deinem PC. Das Ziel bei dieser ganzen Sache ist, dass du für dich das Gefühl hast am Ende des Tages, dass du TROTZ deines sooo schlechten Tages etwas getan hast, das dich einen kleinen aber wichtigen Schritt weiter bringt auf deinem Weg aus der Depression! Du bist einen kleinen Schritt in die RICHTIGE RICHTUNG gegangen, und wenn du das an deinem miesesten Tag kannst, dann kannst du das auch sonst an jedem folgenden Tag. Unterschätze nie die Wirkung einer noch so kleinen Tat!

Tipp für das Ausmisten und Räumen: Am besten stellst du irgendwo in deiner Wohnung eine Kiste auf (mit Deckel! Sonst ist die Gefahr gross, dass man reinlinst und doch wieder etwas rausholt weil man denkt es noch brauchen zu müssen). Sobald du also etwas aussortiert hast das du aus deinem „Dienst“ entlässt, packst du es in diese Kiste.

Es können auch 3 Kisten aufgestellt werden, so habe ich es gemacht. Eine Kiste ist für Dinge, die ich übers Internet versuche zu verkaufen (davon wandern mit der Zeit die Artikel die nicht verkauft werden in die zweite Kiste). Diese zweite Kiste ist nämlich für Artikel, die in den Secondhand-Shop gebracht werden sollen. Die dritte Kiste ist für Kleider, die der Altkleidersammlung übergeben werden. Wichtig ist auch, diese Kisten regelmässig zu leeren und die Sachen an ihren Bestimmungsort zu bringen. Sonst stapeln sich mit der Zeit die Waren in diesen Kisten und bedrücken und belasten einen noch länger als nötig. Bring diese Sachen weg! Es tut jedes Mal SOOO GUT! Gönnt euch dieses Gefühl ab und zu wieder, auch wenn die Kiste vielleicht erst zu einem Drittel gefüllt ist! Egal! Weg damit und Platz und Raum schaffen 🙂

Kisten

Ich habe noch eine vierte Kiste, die ist für Sachen, die ich nach Kuba mitnehmen will. Doch darin stapeln sich schon unendlich viele Artikel und ich kriege sie kaum mehr zu. Da werde ich wohl auch wieder einige Sachen rausnehmen weil ich all diese Dinge dann gar nie in einen Koffer kriege, WENN ich denn irgendwann endlich mal wieder nach Kuba reisen kann.

So, das ist der eine Teil, der dazu breiträgt, meiner Depression die Stirn zu bieten (über andere Bereiche möchte ich ein anderes Mal schreiben). Probiert es vielleicht einmal aus, ich würde mich freuen wenn es euch etwas hilft. Der Weg ist das Ziel.

Hier nochmals die Punkte zusammengefasst:

  1. Sich jeden Tag etwas vornehmen, auch wenn man komplett ohne Kraft und Motivation ist und die ganze Welt schwarz ist. Jeden Tag etwas aufräumen, putzen, entsorgen oder aussortieren.
  2. Aussortieren! (Fast) jeder Mensch in unserer Wegwerf-Gesellschaft hat zu viele Sachen in seiner Wohnung. Schnickschnack, Deko, Geschirr, Kleider, Schuhe… Beginnt diejenigen Sachen auszusortieren, die euch nur belasten und nichts bringen. Sachen, für die ihr immer wieder einen Platz suchen müsst, die ihr immer wieder abstauben müsst – die aber keinen wirklichen Nutzen (mehr) haben in eurem Leben. Seid da ehrlich mit euch und auch mal strikt!
  3. Loslassen! Manchmal ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme im Leben. Ja, einiges hat man vielleicht nicht erreicht. Dafür ist man in anderen Bereichen gewachsen, die einem im Moment als „nicht wertvoll“ erscheinen – die aber in Zukunft Wege eröffnen können, von denen man jetzt noch nicht einmal etwas erahnt oder sich erträumen kann. Unerfüllte Träume loszulassen kann erleichternd sein. Ebenso kann es gut tun, Gegenstände in der Wohnung loszulassen und wegzugeben, an denen man zwar hängt, die aber keinen Nutzen mehr haben und einen unbewusst eher erdrücken als erfreuen.

 

Was ich am Schluss anmerken will: eine aufgeräumte Wohnung trägt auch zu einem ruhigeren und klaren Geist bei – ich glaube, es gibt darüber sogar ein Sprichwort (das mir gerade nicht einfällt). Und ich kann das nur bestätigen. Wenn ich in meiner Küche etwas erledigen muss und sie komplett schön aufgeräumt und geputzt ist (was leider immer noch zu selten vorkommt 😦 ), dann merke ich sofort, wie auch mein Geist viel ruhiger und geordneter wird und ich auch um einiges gelassener bin, als in einer chaotischen Umgebung. Und das ist mein Ziel, mich immer so zu fühlen wie in diesen momentan noch sehr seltenen Momenten, in denen ich gelassen bin und meine Gedanken geordnet sind und ich FÜHLE, DASS ICH MEIN LEBEN WIEDER UNTER KONTROLLE HABE!

 

Herzliche Grüße
Cecilia